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Berufsorientierende Maßnahmen BOM

Vorereitung von BOM in der Jahrgangsstufe 8.2
BOM als "neue" Fächerkombination in der Jahrgangsstufe 9 und 10
zweistündiger Projektnachmittag
fächerübergreifende Begleitung durch weitere Fächer
Einbindung außerschulischer Partner und Lernorte
starker Klassenbezug, Lehrer-Doppelbesetzung, Betreuung durch die Klassenlehrerinnen und Klassenlehrer

Warum Berufsorientierende Maßnahmen?

Spätestens zum Zeitpunkt der Ausgabe der Halbjahreszeugnisse im 10. Schuljahr sollte sich jede Schülerin/jeder Schüler Klarheit darüber verschafft haben, wie es nach Beendigung der Sekundarstufe I weitergehen soll. Dabei ist es wichtig, dass die mit dem Schulabschluss am Ende von Klasse 10 fallenden Entscheidungen über den weiteren Ausbildungs- und Lebensweg der Schülerinnen und Schüler umfassend vorbereitet werden.

Der Großteil der Schülerinnen und Schüler ist im bisherigen Leben mit Entscheidungen eines so hohen Grades an persönlicher Bedeutsamkeit und Gegenwarts- und Zukunftsrelevanz nicht konfrontiert worden. Daher gilt es, langfristig angelegte Entwicklungsprozesse zu initiieren, bei denen berufs- und arbeitsweltbezogene Informationen und Fragestellungen mit Aspekten der individuellen Persönlichkeit , mit Neigungen und Fähigkeiten in einen überschaubaren und einsichtigen Zusammenhang gebracht werden.

Die GEK strebt an, allen Schülerinnen und Schülern behutsame Entwicklungs-Hilfe zu leisten, damit jede / jeder zu einer verantworteten Entscheidung über seinen weiteren Lebensweg gelangen kann.

Da keines der Fächer der klassischen Stundentafel diesem Anspruch gerecht werden kann, wurde nach langwierigen Vorbereitungen, in die auch außerschulische Partner wie z. B. die berufsbildenden Schulen in Unna, das Arbeitsamt, die Kreishandwerkerschaft und Betriebe eingebunden waren, an der GEK die neue Fächerkombination "BOM" installiert.

Zur Organisation der BOM

Die berufsorientierenden Maßnahmen werden im 9. Schuljahr durchgeführt, nachdem bereits im 2. Halbjahr des 8. Schuljahres im Wirtschaftslehreunterricht durch Einsatz des "Berufswahlpasses" Vorbereitungen auf das neue Fach getätigt werden. Das Kernstück von BOM bildet der zweistündige Projektnachmittag , der in der Regel auf Klassenebene mit Lehrerdoppelbesetzung (Klassenlehrertandem) organisiert ist. Neben diesem Nach- mittagsunterricht werden nach Absprache in den betroffenen Jahrgangsteams Teilaspekte des gesamten Themenbereiches im Unterricht der Fächer Deutsch, Arbeitslehre, Gesellschaftslehre und im Religionsunterricht erarbeitet.

Der nachmittägliche BOM-Unterricht findet i.d.R. im Klassenrahmen statt und wird zumeist auch vom langjährig bekannten Klassenlehrertandem geleitet. Die Erfah- rungen der ersten Jahre ermuntern dazu, diese Form beizubehalten: Die vertraute Klassengemeinschaft erleichtert es den Schülerinnen und Schülern, auch persönliche Aspekte der Berufs- und Lebensplanung zur Sprache zu bringen, unterschiedliche Sichtweisen und Ansätze zu formulieren und individuell zu bewerten, Hilfestellung zu geben oder auch Hilfe zu empfangen, in Fragen der Selbst- und Fremdeinschätzung ins ehrliche und unaufdringliche Gespräch zu kommen ...

Natürlich kann die vertraute Gruppe auch Blockaden provozieren. Daher kann jede Schülerin / jeder Schüler den Grad der persönlichen Offenheit selbst bestimmen. Es bleibt aber immer die Möglichkeit, persönliche Fragen mit außerschulischen Experten der GEK im Einzelgespräch zu beraten oder auch selbst gewählte Vertrauenspersonen einzubeziehen. Alle Schülerinnen und Schüler werden mit den schulischen und außerschulischen Beratungs- möglichkeiten vertraut gemacht.

Die Lehrer-Doppelbesetzung im Nachmittagsbereich eröffnet die Möglichkeit, die Lerngruppen bedarfsorientiert zusammenzustellen und beim Besuch außer- schulischer Lernorte einen höheren Flexibilitätsgrad und ein größeres Themenangebot für die gesamte Jahrgangsstufe zu erreichen.

BOM wird in Anlehnung an den Projektnachmittag, mit dem die Schülerinnen und Schüler in 7. und 8. Schuljahr Erfahrungen sammeln konnten, durchgeführt. Die projektorientierten und fächerübergreifenden Arbeitsweisen werden hier sinn- voll aufgenommen und vervollkommnet.

Vorbereitung von BOM im 8. Schuljahr

Die Arbeit im Projektnachmittag des 7. und 8. Schuljahres wird im 2. Halbjahr des 8. Schuljahres in den Wirtschaftslehreunterricht übernommen. Hier kommt dem Einsatz des "Berufswahlpasses" eine besondere Bedeutung zu. In fast allen Bundesländern ist der Einsatz des Berufswahlpasses inzwischen obligatorisch.Für die Schülerinnen und Schüler ist dieser Ordner eine Sammelmappe, aller Aktivitäten, die mit dem Thema "Berufswahlorientierung" zu tun haben. Viele Betriebe betrachten inzwischen die Vorlage dieses "Berufswahlpasses" bei Bewerbungen und Bewerbungsgesprächen als unerlässlich.

BOM im 9. Schuljahr

Im Kernstück der BOM, dem Projektnachmittag, erhalten die Schülerinnen und Schüler in der ersten Phase einen allgemeinen Überblick über die Berufswelt. Hier ist beabsichtigt, daß sie sich gegen Ende dieser Phase weitgehend selbstständig um eine Praktikumsstelle für das dreiwöchige Betriebspraktikum im Jahrgang 9 bekümmern und sich entsprechend formgerecht bewerben. In dieser Phase ist eine intensive Zusammenarbeit mit dem Arbeitsagentur Unna, dem Berufsinformationszentrum (BIZ) in Hamm und den berufsbildenden Schulen angesiedelt.

Das dreiwöchigePraktikum mit seiner intensiven Vor- und Nacharbeit bildet die zweiten Phase. Während des Praktikums werden die Schülerinnen und Schüler durch ihre Lehrerinnen und Lehrer betreut. In der Praktikumsmappe werden fachliche Aspekte und persönliche Erfahrungen und Einschätzungen individuell dokumentiert.

In der dritten Phase erkunden die Schülerinnen und Schüler weitere Berufsfelder, um vorschnelle Festlegungen zu vermeiden, um Alternativen zur Wahl der Praktikumsstelle zu entwickeln oder auch, um den Blick auf bisher völlig unbekannte oder fremde berufliche Möglichkeiten zu erweitern. Diese Berufsfelderkundungen sind sehr praxisorientiert Hier können die Jugendlichen aus einer Fülle außerschulischer Angebote, bei Betrieben, Institutionen, den berufsbildenden Schulen, den Handwerkskammern etc. auswählen und sich ein umfassenderes Bild der schulischen und außerschulischen Möglichkeiten jenseits der Sekundarstufe I erarbeiten.

Parallel zum Projektnachmittag vermittelt das Fach Arbeitslehre allgemeine Aspekte der Berufs- und Arbeitswelt. (Arbeitsplatz, Arbeitsverträge, Lohn, Sozialabgaben, Gewerkschaften ... )

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